## Ex-FinFisher-Chef Carlos Gandini vertreibt Predator-Spähsoftware an angolanischen Geheimdienst
Ein ehemaliger Top-Manager des umstrittenen deutschen Staatstrojaner-Herstellers FinFisher ist offenbar weiterhin im internationalen Überwachungsgeschäft aktiv. Medienberichten zufolge agiert Carlos Gandini nun als Vertriebspartner des Intellexa-Konglomerats und soll die hochinvasive Spähsoftware Predator an den angolanischen Geheimdienst verkauft haben. Mit solcher Software können Mobiltelefone kompromittiert und das gesamte Privatleben von Zielpersonen unbemerkt überwacht werden.

Gandini, einst Geschäftsführer der Münchener FinFisher GmbH, gründete im Sommer 2020 das IT-Dienstleistungsunternehmen AdSum mit Sitz in Pullach bei München. Das Unternehmen gibt an, die „besten Technologiepartnerschaften im Bereich Cybersicherheit“ für Institutionen zu schaffen. Hinter dieser Fassade scheint Gandini jedoch seine alten Geschäftsbeziehungen fortzuführen. Sein neuer Partner, das Intellexa-Konglomerat, steht selbst unter internationaler Kritik für den Vertrieb von Überwachungstechnologie an autoritäre Regime.

Der Fall zeigt die anhaltende Durchlässigkeit des europäischen Marktes für hochriskante Spionagetools. Trotz des Niedergangs von FinFisher und zunehmender regulatorischer Scrutiny finden ehemalige Akteure offenbar mühelos neue Vertriebswege und Firmenkonstrukte. Die Lieferung der Predator-Software an Angola wirft erneut die Frage auf, wie effektiv deutsche und europäische Exportkontrollen für Dual-Use-Güter im Bereich der digitalen Überwachung wirklich sind. Der Deal signalisiert, dass der Markt für kommerzielle Spionagewerkzeuge weiter floriert und sich anpassungsfähige Vertriebsnetzwerke etablieren.
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- **Source**: Netzpolitik.org
- **Sector**: The Network
- **Tags**: Staatstrojaner, Überwachung, Exportkontrolle, Intellexa, Predator
- **Credibility**: unverified
- **Published**: 2026-03-26 14:27:06
- **ID**: 35602
- **URL**: https://whisperx.ai/de/intel/35602