## AstraZeneca-Chef Soriot droht Deutschland: Zu niedrige Preise führen zu Medikamenten-Stopp
Der Chef des Pharmariesen AstraZeneca, Pascal Soriot, stellt die Versorgung Deutschlands mit neuen Medikamenten explizit in Frage. In einer ungewöhnlich direkten Drohung macht er die Markteinführung neuer Arzneimittel von den erzielbaren Preisen abhängig. „Sind die Preise zu niedrig, bringen wir die Medikamente nicht auf den Markt“, so Soriot. Diese klare Ansage richtet sich als Angriff gegen die Preispolitik der Bundesregierung und stellt das deutsche Gesundheitssystem unter erheblichen Druck.

Soriot greift die Bundesregierung frontal an und wirft ihr vor, mit ihrer Fokussierung auf niedrige Arzneimittelpreise Innovationen zu blockieren. Sein Vorwurf: Ohne angemessene finanzielle Anreize lohne sich die Einführung neuer, oft teurer Therapien in Deutschland nicht mehr für forschende Pharmaunternehmen. Gleichzeitig hält der AstraZeneca-CEO der Politik ein Angebot hin. Er signalisiert Gesprächsbereitschaft, stellt aber die grundlegende Logik des Geschäfts infrage – hohe Forschungsinvestitionen benötigten entsprechende Erlöse.

Die Drohung trifft den neuralgischen Punkt des deutschen Gesundheitswesens: den Zugang zu Spitzenmedizin. Sie erhöht den Druck auf das Bundesgesundheitsministerium, das zwischen Kostendämpfung für die Kassen und der Sicherung der Versorgung mit Innovationen laviert. Sollten weitere Konzerne ähnliche Töne anschlagen, könnte dies eine Versorgungskrise für neuartige Krebs-, Herz-Kreislauf- oder Immuntherapien einläuten. Der Vorfall offenbart die zunehmend konfliktreiche Machtbalance zwischen staatlicher Regulierung und global agierenden Pharmakonzernen.
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- **Source**: WirtschaftsWoche
- **Sector**: The Vault
- **Tags**: Pharma, Gesundheitspolitik, Preisverhandlungen, Deutschland, Innovation
- **Credibility**: unverified
- **Published**: 2026-04-22 04:52:28
- **ID**: 75368
- **URL**: https://whisperx.ai/en/intel/75368