## Grün-Schwarz in Baden-Württemberg: Koalitionsvertrag signalisiert Kurswechsel bei Verbrenner-Verbot – Özdemir distanziert sich
Im Entwurf des neuen Koalitionsvertrags zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg zeichnet sich ein deutlicher Paradigmenwechsel in der Automobilpolitik ab. Die geplante Technologieoffenheit bedeutet faktisch eine Abkehr von früheren Festlegungen auf ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Dieser Schwenk stellt eine erhebliche programmatische Verschiebung dar und stellt die Frage, wie stark die grüne Basis diesen Kurs mitträgt.

Besonders brisant: Cem Özdemir, langjähriges Aushängeschild der Bundes-Grünen und selbst aus Baden-Württemberg stammend, geht öffentlich auf Distanz zu der Vereinbarung. Seine Kritik an der eigenen Partei-Unterhändlerlinie zeigt tiefe Risse im grünen Selbstverständnis zur Verkehrswende. Der Koalitionsvertrag priorisiert damit klar die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Autoindustrie – allen voran Mercedes-Benz und Porsche – vor ideologischen Festlegungen.

Für die baden-württembergische Wirtschaft hat die Neuausrichtung unmittelbare Folgen. Die Autoindustrie beschäftigt im Land Hunderttausende direkt und indirekt. Ein Festhalten am Verbrenner-Ausstieg ohne technologische Hintertür hätte renommierte Hersteller unter massiven Transformationsdruck gesetzt. Die Koalition reagiert damit auf wirtschaftliche Realitäten, nimmt aber zugleich Erosion im grünen Kernmilieu in Kauf. Die Bundestagswahl 2025 rückt näher – und mit ihr die Frage, wie tragfähig solche lokalen Kompromisse für die Gesamtpartei sind.
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- **Source**: Handelsblatt
- **Sector**: The Network
- **Tags**: Baden-Württemberg, Koalitionsvertrag, Grün-Schwarz, Verbrenner-Verbot, Cem Özdemir
- **Credibility**: unverified
- **Published**: 2026-05-05 15:01:51
- **ID**: 79489
- **URL**: https://whisperx.ai/en/intel/79489